Preisverleihung im Zeichen von Corona

Hartmut Metzger

Martin Luther hat den Buchdruck nicht erfunden. Aber er hat diesem noch in den Kinderschuhen steckenden Gewerbe ein einzigartiges Konjunkturprogramm beschert, indem er mit der Nachricht von der unbedingten Gnade Gottes die Lebenswirklichkeit und Heilsgewissheit der Menschen revolutionierte. Diese Nachricht musste unter die Leute, dieser Lesestoff war massenhaft gefragt. Und weil Bücher damals sehr teuer waren, wurden kurze Schriften von wenigen Seiten schnell und billig in hohen Auflagen produziert. Die Flugschriften entstanden, und Martin Luther wie auch die anderen Reformatoren nutzten sie: Sie sind die Vorläufer der Gemeindebriefe, die noch heute gedruckt ins Haus kommen und digital auf den Homepages der Kirchengemeinden zu finden sind.

Seit mehr als 20 Jahren zeichnet der KIRCHENBOTE jährlich den Gewinner des Hermann-Lübbe-Preises für Gemeindebriefe aus. Am Donnerstag, 8. Oktober, ist das die Kirchengemeinde Kallstadt und Erpolzheim, der Sonderpreis geht an den Gemeindebrief „Kerchebläädche“ der Gemeinden Miesau und Gries. Vor und nach der Feierstunde, die pünktlich um 18.30 Uhr im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim beginnen soll, ist Zeit für den Erfahrungsaustausch bei Brötchen und Getränken. Die kurze Festrede übernimmt der elsässische Grenzgänger, Journalist, Filmemacher und Buchautor Martin Graff (Seite 22) unter dem Thema: Gedankenschmuggel in Corona-Zeiten. Graff ist Einwohner des in der ersten Welle stark betroffenen Münstertals. Leider steht auch die Veranstaltung selbst im Zeichen von Corona. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich. Anmeldungen mit Name, Adresse und Telefon bitte unter: redaktion@evpfalz.de oder 06232/132320.

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