Bibellese

Sonntag, 23. Juli, Psalm 26

Unschuldig

In diesem Psalm wird ein Plädoyer der Verteidigung wie bei einem Gerichtsverfahren gehalten. Es scheint auch um einen ganz konkreten Rechtsfall zu gehen. Der Beter fühlt sich zu Unrecht angeklagt und versucht sich zu verteidigen. Der Beter meint sicher nicht, dass er in seinem Leben noch niemals eine Sünde begangen hätte, denn mit so etwas braucht er Gott erst gar nicht zu kommen. Er beteuert seine Unschuld, legt aber sein Schicksal in die gnädige Hand Gottes, denn er weiß, dieser sieht ins Herz und nicht nur auf Äußerlichkeiten. Der Beter unterstellt sich dem Urteil Gottes. Er verbirgt nichts, sondern wünscht geradezu, dass Gott ihn durch und durch prüft. Ob wir so etwas auch sagen können? „Gott prüfe mich ruhig auf Herz und Nieren. Ich versuche von ganzem Herzen deinem Willen zu folgen.“ Ich glaube, selbst so eine Bitte könnte uns schon Probleme bereiten. Wer weiß, was Gott uns da vor Augen hält. Trotzdem will ich es wenigstens versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen vor Gott und den Menschen zu leben.

Montag, 24. Juli, Philipper 3, 12–16

Sportlicher Glaube

Paulus geht den christlichen Glauben sportlich an. Er sagt: Nehmt euch am Sport ein Beispiel. Der Sportler gibt bei einem Wettkampf alles. Er schaut nicht nach links, nicht nach rechts oder zurück, sondern konzentriert sich ganz auf das Ziel. Sieht er zurück, hat er bereits verloren, weil er wertvolle hundertstel Sekunden verliert. Auch wenn wir Christen bereits durch Christus erlöst sind, sind wir noch nicht vollkommen. Wir leben weiterhin in dieser Wirklichkeit und müssen mit unserer Unvollkommenheit leben. Sportler wissen um ihre Unvollkommenheit, trainieren aber, um besser zu werden. So ein Training sollten wir Christen auch versuchen. Wir sollten unseren Glauben trainieren, im Gottesdienst, in der Bibellese oder im Gebet, denn nur ein trainierter Glaube kann uns helfen, das Ziel allen Lebens, die vollkommene Erlösung durch Jesus Christus, nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Unterschied besteht aber zwischen Glauben und Wettkampf: Im Glauben gewinnt jeder, der das Ziel erreicht, egal ob Erster oder Letzter.

Dienstag, 25. Juli, Philipper 3, 17–21

Auf der richtigen Seite

Das Ziel, das ich in meinem Leben erreichen will, das entscheidet über mein ganzes Leben und wird mich prägen. Orientiere ich mich nur an Geld, Macht und Erfolg und ordne alles andere wie Beziehungen zu anderen oder meinen Glauben an Gott dem unter. Dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn ich irgendwann vielleicht reich und erfolgreich, aber einsam dastehe. Wer sein Leben auf Gott ausrichtet und damit auch seinen Nächsten im Blick hat, der lebt sicher nicht erfolglos. Der kann es in seinem Leben durchaus zu etwas bringen. Aber er kann sicher sein, dass sein Ziel des Lebens nicht unterwegs verloren geht. Denn wer sich für Gott entscheidet, der weiß, dass nichts und niemand ihm sein Ziel im Leben streitig machen kann. Geld und Erfolg sind flüchtig und sind schneller verschwunden als sie errungen wurden. Unser Platz in Gottes unmittelbarem Bereich ist und bleibt für uns reserviert. Den kann uns nichts und niemand mehr nehmen. Also seht zu, sagt der Apostel, dass ihr auf der richtigen Seite, nämlich auf der Seite Gottes, seid. Heiko Schipper

Mittwoch, 26. Juli, Philipper 4, 1–9

Aufforderung zur Sorglosigkeit

Das Kapitel beginnt mit Ermahnungen an bestimmte Personen, die mit Namen benannt werden, weitet sich aus auf den Aufruf, sich „in dem Herrn allewege“ zu freuen, was wohl konkret bedeuten soll, sich über das Leben der Gemeinde und die geistliche Verbundenheit, die in der Gemeinde herrscht, zu freuen. Verbunden wird das mit der Aufforderung zu einer Haltung der Sorglosigkeit. Gemeint ist wohl damit, dass die Christen sich nicht von den Sorgen des Alltags vom Vertrauen auf die Hilfe, die von Gott kommt, ablenken lassen sollen. Interessant ist die Formulierung vom Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, die Eingang gefunden hat in unseren Kanzelgruß, den der Pfarrer beim Verlassen der Kanzel beim Sonntagsgottesdienst spricht. Man kann den Vers so interpretieren, dass Paulus den Frieden Christi höher wertet als alle Lebensweisheit, die von den Philosophen kommt, deren Werkzeug das vernunftgeleitete Denken ist. Aber im Zusammenhang mit der Aufforderung zur Sorglosigkeit geht es wohl in erster Linie um den Ausdruck eines Gottvertrauens, das menschliches Denken und Planen übersteigt.

Donnerstag, 27. Juli, Philipper 4, 10–23

Beziehung des Apostels zur Gemeinde

Noch einmal erfahren wir von der engen Beziehung des Paulus zur Gemeinde in Philippi. Nur von dieser Gemeinde hat er Geschenke angenommen, bei allen anderen hat er immer auf seine Unabhängigkeit beharrt. Auch über Paulus selbst erfahren wir, dass er gelernt hat, mit Situationen umzugehen, in denen er kaum genug zum Überleben hatte. Seine Grundhaltung dem Leben als Missionar gegenüber lässt sich folgendermaßen beschreiben: Gott gibt ihm die nötige Kraft, um alle Situationen, in die er beim Dienst für das Evangelium gerät, zu überstehen – und mehr ist nicht nötig. Aber es tut ihm auch sichtlich gut, dass er von Menschen wie den Christen in Philippi weiß, die in der Bedrängnis, wie er sie vor allem im Gefängnis erlebt hat, zu ihm stehen, für ihn beten und ihn aufmuntern. Mit Grüßen und Segenswünschen schließt der Brief, der allgemein als persönlichster Brief des Apostels Paulus gelesen wird. Martin Schuck

Freitag, 28. Juli, Apostelgeschichte 17, 1–15

Anfeindung und Wohlwollen

Nachdem Paulus und Silas aus dem Gefängnis herausgeführt wurden, reisen sie nach Thessalonich und Beröa. In Thessalonich besuchen sie die Synagoge. Paulus redet an drei Sabbattagen mit den Juden, um ihnen darzulegen, dass die Verheißungen des Alten Testaments in Jesus Christus ihre Erfüllung finden und dass er leiden musste, um von den Toten aufzuerstehen. Diese Deutung spaltet seine Zuhörer. Einige schließen sich diesen Gedanken an. Die Juden aber, die nach wie vor auf ihren Messias warten, zeigen sich über diese Art der Schriftauslegung empört, rotten sich mit anderen zusammen und richten einen Aufruhr an. Sie ziehen vor das Haus des Jason, der Paulus und Silas beherbergte, um sie festzunehmen. Sie beschuldigen die beiden, „den ganzen Weltkreis“ zu erregen und des Kaisers Gebot zu missachten, da sie Jesus als König verstehen. Nach der Flucht aus Thessalonich kommen sie nach Beröa und werden von den dortigen Juden freundlich aufgenommen. Als dies die Juden aus Thessalonich erfahren, reisen einige ebenfalls nach Beröa, um gegen Paulus und Silas zu meutern und Unruhe zu erregen. Die „Brüder“, die Paulus gegenüber wohlgesonnen sind, schicken ihn fort und geleiten ihn nach Athen.

Samstag, 29. Juli, Apostelgeschichte 17, 16–34

Weltanschauungen prallen zusammen

Auch in Athen spricht Paulus zu Juden in der Synagoge, aber auch zu Athener Bürgern auf dem Marktplatz. Unter diesen sind Philosophen, insbesondere Epikureer und Stoiker, die mit ihm streiten. Diese nennen ihn „Schwätzer“ oder vermuten, dass er mit seiner Christusverkündigung eine „neue Lehre“ verbreiten will. Die Epikureer ihrerseits sehen das höchste Ziel darin, ihr Leben so zu führen, dass sie dauerhaft Glück und Zufriedenheit erlangen können. Die Stoiker üben Verzicht mit dem Ziel, über die Dinge des Lebens erhaben zu sein und unerschütterlich in sich selbst zu ruhen. Auf dem Areopag, dem einstigen Gerichtshof der Athener, sieht Paulus einen Altar mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott“. Diese Aufschrift nimmt er zum Anlass, um über den Gott der Juden und der Christen zu predigen: Dieser „unbekannte“ Gott sei der „Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist“. „Er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen.“ Als Paulus von der Auferstehung spricht, entsteht große Dissonanz unter seinen Zuhörern. Dieter Leppla

 

Kontakt

Evangelischer Kirchenbote
Beethovenstraße 4
67346 Speyer

Telefon (0 62 32) 13 23-0
Telefax (0 62 32) 13 23-24
e-Mail redaktion(at)nospamevpfalz.de

Redaktion:
Hartmut Metzger (Chefredakteur), Tel. 13 23-20
Ingelore Dohrenbusch, Tel. 13 23-28
Florian Riesterer, Tel. 13 23-27
Sekretariat: Anke Endres, Tel. 13 23-21

Newsletter

Ab sofort können Sie unseren wöchentlich erscheinenden Infobrief abonnieren. Auf der Seite "Newsletter abonnieren" im Menü Service können Sie Ihre Bestellung übermitteln.