Kirche will Umweltbelastung auf der Straße senken

Landeskirchenrat setzt auf umweltfreundliche Elektro- und Hybridfahrzeuge – Diakonische Träger gehen noch nicht alle auf Elektroantrieb zu

Einsatz im Nahbereich: Ralf Göring „betankt“ das neue E-Auto des Landeskirchenrats an der Ladestelle am Domplatz 5. Foto: Landry

Ralf Göring gefällt das neue, schmucke Elektroauto der Speyerer Kirchenverwaltung: ein weiß-schwarzer BMW i3. Versuchsweise habe er eine Tour zu einer Sitzung in das Kirchliche Rechenzentrum Südwestdeutschland über den Rhein in das badische Eggenstein gemacht, erzählt der geschäftsleitende Beamte im pfälzischen Landeskirchenrat. Rund 100 Kilometer betrug die schadstofffreie Strecke hin und zurück. „Und die Akkureichweite betrug noch immer mehr als 50 Prozent“, zeigt sich Göring begeistert.

Bei der Umstellung auf Elektromobilität für ihre Speyerer Kirchenverwaltung gibt die Evangelische Kirche der Pfalz gehörig Gas. „Für uns stand schon länger fest, dass wir, unabhängig von der derzeitigen Diskussion um Dieselfahrzeuge, auf die zukunftsweisende Technologie der Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeuge zugehen“, sagt Göring. Vor einigen Monaten hatte die Kirche angekündigt, ihre Fahrzeugflotte auf mit Elektro- und Benzinmotoren betriebene Hybridautos sowie reine Elektroautos umzustellen.

Die guten Erfahrungen mit dem neuen E-Auto aus bayerischer Produktion „bestätigen uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und diesen auch fortsetzen werden“, sagt der Kirchenbeamte. Zusätzlich hat der Landeskirchenrat vier weitere BMW-Modelle unterschiedlicher Klassen als Hybridfahrzeuge. Mit nur noch einem Golf-VII-Diesel düsen die Mitarbeiter der Kirchenverwaltung umher. Das Fahrzeug erfüllt die Euro-6-Norm, die strengste Abgasvorschrift in der EU.

Die Landeskirche habe die Aufgabe, die Umweltbelastung in ihren Einrichtungen zu senken und das Thema Klimaschutz in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, merkt Sibylle Wiesemann, die Klimaschutz-Managerin der Landeskirche, an. Bis 2020 wolle die Kirche den Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber 2005 um 40 Prozent senken. Der Anteil der Mobilität an den Emissionen betrage 20 Prozent. Auch diese Werte sollen verringert werden, sagt Wiesemann. Landeskirchlichen Einrichtungen werde geraten, nur Fahrzeuge mit geringem Schadstoffausstoß anzuschaffen, sagt Wiesemann. Auch sollten kirchliche Mitarbeiter das vielfältige Angebot von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln nutzen. Für die Mitarbeiter des Landeskirchenrats stünden etwa Dienstfahrräder und ein „Pedelec“ – ein E-Fahrrad – zur Verfügung. Auch erhielten sie einen Zuschuss für eine Monatskarte des öffentlichen Nahverkehrs und könnten auf die Fahrzeuge eines Carsharing-Anbieters zurückgreifen.

Auch die Diakonissen Speyer-Mannheim nehmen das Thema Nachhaltigkeit ernst und setzen auf Elektrowagen. „Langfristig werden wir die Ausstattung unseres Fuhrparks unter nachhaltigen Gesichtspunkten weiterentwickeln“, kündigt Sprecherin Katja Jewski an. Vor allem Dieselfahrzeuge stehen derzeit im 67 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark des diakonischen Trägers.

Zurückhaltend beim Einstieg in die Elektromobilität sind jedoch die anderen großen diakonischen Träger in der Pfalz. Beim Landesverein für Innere Mission in der Pfalz in Bad Dürkheim gibt es zurzeit keine konkreten Pläne, die mit Diesel oder Benzin betriebenen Fahrzeuge auszutauschen. Der Landesverein unterhalte nur wenige Transport- und Technikfahrzeuge sowie Dienstwagen, informiert Sprecherin Susanne Liebold. In den pfalzweiten Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung Pfalz würden überwiegend kleine Transportbusse eingesetzt, informiert Sprecher Martin Müller. Als Ersatz für sie gebe es noch keine geeigneten E-Modelle. Neue Autos mit E-Antrieb müssten den Erfordernissen der dezentralen Struktur der Heimstiftung genügen, sagt er. Dies sei noch nicht der Fall.

Mögliche Schadensforderungen gegen Automobilhersteller, die bei den Angaben zu ihren Dieselfahrzeugen geschummelt haben, behalten sich die Heimstiftung und Diakonissen übrigens grundsätzlich vor. Sauber geregelt sieht der Speyerer Landeskirchenrat sein Fahrverhalten: Der einzige Dieselwagen erfülle die Schadstoffauflagen, sagt Ralf Göring. Deshalb gebe es „keine Notwendigkeit, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden“. Alexander Lang

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