Der Schiffsbogen bildet zugleich den Regenbogen

In der Christuskirche St. Ingbert ist die Fensterfront im Foyer künstlerisch gestaltet worden – Tobias Kammerer setzt Noah-Geschichte um

Das Werk des Glaskünstlers Tobias Kammerer: Der Farbverlauf spannt sich von Rot über Blau und Grün bis Weiß. Foto: pv

St. Ingbert. Die Christuskirche in St. Ingbert ist um eine künstlerische Attraktion reicher. Der Glaskünstler Tobias Kammerer aus Rottweil hat die Fensterfront im Foyer der Kirche mit Motiven aus der Noah-Erzählung im Alten Testament gestaltet.

Der international tätige Kirchenkünstler gestaltete die vier Fenster samt Zwischenwänden in sogenannter Floatglas-Technik. Dies sei von den Kosten her günstiger als das herkömmliche mundgeblasene Antikglas, sagte Gemeindepfarrer Fred Schneider-Mohr.

Entscheidungshilfe für die Kunstaktion sei gewesen, dass die vier Fenster nach einer Lebensdauer von 45 Jahren erneuert werden mussten. „Die waren marode und klimatechnisch natürlich von vorgestern“, erläuterte der Pfarrer. Nachdem ein landeskirchlich beauftragter Energieberater die Situation unter die Lupe genommen und der Christuskirchengemeinde eine Empfehlung gegeben habe, seien dreifach verglaste Fenster mit Holzrahmen und Aluverkleidung eingebaut worden.

Es habe bisher immer einen bedauerlichen ästhetischen Verlust bedeutet, wenn das Foyer bei großen Veranstaltungen zum Kirchraum hinzugegliedert worden sei. Dem habe das Presbyterium Abhilfe schaffen wollen und für die künstlerische Neugestaltung den renommierten Glaswandmaler und Bildhauer Tobias Kammerer beauftragt, führte Schneider-Mohr aus. „Aus der diesjährigen Konfirmandengruppe kam der Impuls, die Fenster der biblischen Noah-Erzählung nachzuempfinden.“

Kammerer habe diesen Impuls aufgenommen und die geniale Idee gehabt, den Schiffsrumpf in den Farben des Regenbogens zu malen. Mit Abbrüchen und Neuanfängen wie im menschlichen Leben – aber doch durchgängig – laufe der Schiffsbogen, der auch Regenbogen sei, über alle Fenster und Zwischenwände. In seiner Predigt während des Gottesdienstes zur Indienststellung des Kirchenfoyers sagte der Theologe: „Der Regenbogen als Zeichen des ewigen Bundes Gottes mit den Menschen und das Schiff als Zeichen des menschlichen Tuns, sie fallen in eins.“ Menschliches Tun – gerade dort, wo es in einer Biografie Abbrüche und Neuanfänge gebe – sei nie ohne die gnädige Liebe Gottes. Der Regenbogen stehe nicht als Himmelsbogen über der Erde, sondern liege spiegelverkehrt auf der Erde.

Unübersehbar sei an der Fensterfront auch, dass die Intensität der Farbtöne im Verlauf von links nach rechts immer weiter abnehme. Bis der Arche-Regenbogen im rechten Fenster in reinem Weiß ankomme und hinaufgeführt werde in das transparente Fensterglas, durch das der Betrachter den Himmel sehen könne. Die liturgische Farbe Weiß stehe für die Christusfeste, für Gott und die Ewigkeit. In diesem letzten Fenster rechts seien wie hineingespritzt blaue Punkte zu sehen. Sie erinnerten an ein Wort von Goethe „Der ist ein glücklicher Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang verbinden kann“. Das Blau sei bereits im zweiten Fenster aufgeführt.

Die klimatechnische Verbesserung der Fensterfront hat nach Angaben Schneider-Mohrs 25000 Euro gekostet. Rund 9000 Euro davon finanziere das Dekanat Zweibrücken. Den Rest trage die Kirchengemeinde. Das Künstlerhonorar übernehme der Förderverein Christuskirche St. Ingbert. dob

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